|
Seefahrt tut Not, sagen Gorch
Fock und Hans Kolb !! ---- |
| Neun Jahre nach Kriegsende,
also 1954 fuhren wir mit etwa 25 jahre alten, überwiegend von den
Engländern gekauften, Schiffen zur See. Als typisches Schiff kann
man den alten Seelenverkäufer " CLAUS BISCHOFF "
ansehen. Es war das erste Schiff, was nach Kriegsende unter deutscher
Flagge weltweit fahren durfte. |
|
Es war ein kohlebefeuertes
Dampfschiff. Die Kohle wurde von den Kohlentrimmern vor die Feuer geholt. Bei schwerem Wetter flogen die Trimmer schon mal samt Kohle und Schubkarre durch die Gegend. Zwischendurch fraßen die hungrigen Ratten den Heizern die Handschuhe auf. |
|
Mit diesem Schiff fuhren wir von Hamburg über Helsinki nach Pori am nördl. Polarkreis und anschließend Non-Stop nach Buenos Aires. Ich glaube wir waren länger als 6 Wochen unterwegs. |
| In Archangelsk lernte ich
LILLY, eine russische Germanystikstudentin kennen. Sie war in Sibirien
geboren und wäre beinahe wegen verbotener Westkontakte (zu mir)
vom KGB verhaftet worden. 1995 war ich mit meiner Frau in Achangelsk
bei Lilly und Ihrer Familie zu Besuch. Ein Jahr
später kam Lilly mit ihrem Mann Leonid zu uns und machte
einen Gegenbesuch. Leonid war Marineflieger und zeigte mit seinem
Flugzeug der internationalen Schiffahrt den leichtesten Weg aus den
Eisbergen ins freie Fahrwasser bzw. in den nächsten Hafen.
So spielt das Leben, inzwischen waren 40 Jahre vergangen - es stellte sich für mich die Frage, ob ich sie auf dem Flughafen wiedererkennen würde. Sie hat in einer der kältesten Gegenden der Welt gelebt und davon viele Jahre unter Väterchen Stalin. Meine Frau zweifelte sehr, daß ich die Adresse nach so vielen Jahren noch ausfindig machen könne. Aber weitgereiste Leute wissen sich zu helfen. Ein Brief an die Universität und schon war der Kontakt wiederhergestellt. |
|
| Unsere Schiffe waren meist
Trampschiffe, d.h. sie fuhren los und wußten noch nicht den
Zielhafen. Die Ladung wurde wohl während der Reisezeit meistbietend verscheuert. Von Süden kommend hofften alle Sailer auf Antwerpen, Rotterdam, ein Lottogewinn wäre jedoch Hamburg. Oft wurde in Höhe Gibraltar aber Istanbul oder Perser Golf daraus. |
|
|
Hella beim Test des Seefrauenlebens |
Shell Supertanker "CAPSA"- |
Ausguck nach.... |
|
|
|
|
Die "FALKENSTEIN" 1954 das
modernste Drehstrom-Dieselelektroschiff der Welt!!
|
|
|
| Mit diesem Schiff wollten wir
von Shanghai kommend durch den Suez, Mittelmeer und Atlantik nach
Havanna. Plötzlich brach die Suezkrise aus und wir mußten die mehrere Wochen dauernde Reise um Afrika durch die Madagaskar - Straße (Kap der guten Hoffnung) in Richtung Karibik antreten. Ich glaube, auf einer dieser Reisen kamen wir zum selben Zeitpunkt in das Seegebiet in dem die Pamir - Katastrophe sich abspielte. Zu Rettungsaktionen kam es aber nicht, weil wir wohl doch noch zu weit vom Unglücksort entfernt waren. |
Viele Jahre war ich schon in einer Landstellung tätig, als |
| meine Hella meinte, sie
müsse nochmal als Seemansfrau zur See fahren. Kurz entschlossen musterte ich als Urlaubaubsvertreter auf dem derzeit größten HAPAG - Lloyd - Container "Elbe-Express" als Maschinenfürst an. Hella bekam ein Seefahrtsbuch und wurde als überzählige Stewardess gemustert. Die Elbe Express 1970 - 4 Wochen Ostküste USA als Urlaubsvertreter: |
|
|
| Schiffsname |
Alter |
Antrieb |
Meilen |
Fahrtgebiet
weltweit, überwiegend: |
| DS Claus Bischoff | 20 J |
Kolbendampfmasch. |
6 |
Südamerika / Schwarz.
Meer / Finnland |
| MS Luise Bornhofen |
20 J |
Diesel |
8 |
Nordsee / Mittelmeer |
| MS Hidegard
Dörenkamp |
01 J |
MAN - Diesel |
13 |
Fernost/ Japan / Philippinen /
Kanada |
| DES Falkenstein |
01 J |
MAK - Dioesel |
14 |
Fernost / Shanghai /
Westindien / Perser Golf. |
| MS Wilhelm
Bornhofen |
20 J |
MAN - Diesel |
8 |
Nördl. Polarmeer/
Rußland /
England |
| TTS Capsa |
10 J |
HD Dampfturbine |
18 |
Perser Golf |
| MS Amazonas |
15 J |
Diesel |
8 |
Mittelmeer |
| MS Elbe Express |
01 J |
MAN - Diesel |
22 |
West + Ostküste USA |
| Flying Fish |
Neu |
Wind von Achtern |
25 |
Elbe /
Schlesw.Holst. + Bayr.
Seen |
| Hier war ich der Skipper,
Maschinenfürst und Smutje. Auf schleswigholsteinischen wie auf
bayrischen Seen haben Hella und ich dieses Segelschiff mit viel
Spaß gesegelt. Nur auf der Elbe war ich Einhandsegler, weil ich
Bedenken hinsichtlich Hellas Schwimmkünste hatte. Kenterungen nahm
ich hin wie ein umgekipptes Glas Bier, für Hella war es eine
Katastrophe. Ich wußte aus Erfahrung, wie die
Großschiffahrt sich im Elbstrom verhalten mußte oder konnte. |
Unser Flying Fisch bei lauer Briese auf dem Ammersee |
Hier sehen Sie noch einige Impressionen