Moin Moin Eva - Maria und Rüdiger,
vielen Dank für die schöne Mail, dor ward mi jo richtich 'n beeten warm umt Hard. Kannst nix bi dohn.

( leider nu ohne Musike )
 
Die Cap San Diego, das Traumschiff von Hans.
 
 
Ja, es ist nu einfach nicht zu leugnen, die Jugendjahre sind meist vorüber. Aber zurückdenken mag ich schon gerne. Was lag alles zwischen den beiden folgenden Bildern, es ist wirklich nicht zu beschreiben, fast die ganze Welt bereist :
 
  Erste Berührung mit Schiffen ( 2. v. links ist Hans Kolb auf einem Zollkreuzer - wo steht das Klavier ? )   
                                 
zollkr
 
 
und hier das > Ende der großen Reise < oder besser > der letzte Ankerplatz <:
v. links: Kaptain Rudi Böhring, Oberheizer Hans Kolb und Kaptain Erhard Berger
 
 
Erholung für ausgemusterte Seelords im Robinson - Club an der Müritz
 
Leider durften wir drei nach einer längeren Sitzung an dieser Theke nicht mehr in die Mitternachtsbar. Ladys Night war angesagt. Nur für CDU + SPD - Mitglieder oder Andersgläubige, das kannten wir ja schon von früher, aber nur für Damen, sowas hatten wir noch nicht gehört. Naja, man lernt doch nie aus, auch nicht so weit gereiste Fahrensmänner wie wir. Und wir hatten an diesem Abend noch einiges auf dem Zettel ( ich war der Jüngling !!!!) :
 
 
 
 
 
Es stimmt  wirklich, dieser Schiffstyp ( 6 Stück hat die Hamburg - Süd Anfang der 60 ziger Jahre davon in Hamburg bauen lassen ) hält mich noch immer gefangen. Zunächst überholten diese modernen Seeschiffe meine verrosteten Kohlendampfer z.B. auf dem Weg nach Buenos Aires. Wenn wir dort einliefen, ging dieser Dampfer schon wieder auf Heimatkurs. Ich fuhr meist auf Trampschiffen und das bedeutete, dass unser nächster Zielhafen erst auf See per Funk bekannt wurde. Einerseits sehr, sehr reizvoll und andererseits schlug das Heimweh manchmal sehr hohe Wellen in den Kammern.
In unseren Seefahrtsbüchern stand : > Gemustert auf unbestimmte Zeit <
 
Später fuhr ich diese oder ähnlich moderne Dampfer selber. Stellt euch vor in Costarica,  ( durch den Panamakanal und dann gleich rechts um die Ecke ) Gujaimas oder so hieß die kleine Hafenstadt. Unser über alle Toppen beleuchtetes schneeweißes Schiff lag an einem kleinen Holzponton, knapp so lang wie unser Schiff. In dieser warmen Tropennacht lief die ganze Stadt zusammen. Wir waren die Sensation des Jahres. Die dunkelhäutigen ( aber nicht schwatten ) Mädchen stolzierten in ihren weißen Röckchen auf dem Ponton hin und her. Ich hab sie heute noch vor Augen. Mannomann Seemann, dor must du die richtig fastholen ! 
 
Manchmal gehe ich mit Freunden heute noch auf das Schiff ( unsere Schwoaben Inge und Heinrich hab ich auch schon mitgeschnackt ).
 
 
Nach Voranmeldung kann man den ganzen Passagier - bzw. Kaptainssalon chartern. 
 
An der Bar : Warten auf meine Geburtstagsgäste, der Kaptainssteward schenkt schon ein.
 
 
 
Ich erkläre meinen Gästen, warum ich die Mütze nicht absetze. An Bord erkennt man wichtige Leute daran, dass sie eine entsprechende Kopfbedeckung tragen. Männer ohne Mütze haben nix zu sagen. Die Mützen sahen nur etwas schöner aus als meine jetzige, nämlich ähnlich der von Traumschiffkapitänen.
 
Im Salon : Warten auf Curry - Chicken nach Seemannsart, mit 14 verschiedenen Beilagen. 
 
 
 
Leitstand der 13.000 PS MAN - Zweitaktmaschine,
damals das Modernste vom Modernen.
Die Hapag oder Maersk - Containerschiffe von heute haben schlappe 100.000PS  
 
 
    
Lieber Hans, und alle in der PC-Liste.
 
Wo sind sie hin die schönen Jugendjahre,
die im Hamburger Song besungen werden.
Es sind die guten wie auch die schweren Zeiten
die uns in Erinnerung geblieben sind, 
und die kann uns keiner nehmen.
 
Mit herzlichen Grüssen
Rüdiger und Eva-Maria
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Tscha Eva Maria und Rüdiger, schwere Zeiten hab ich wohl kaum erlebt. Ich hab Öltanker gefahren, aber im Krieg auf Öltankern oder U - Booten zu fahren, davor hat mich der liebe Gott bewahrt. OK, die schwersten Taifune im chinesischen Meer oder wo sie sonst wüteten, konnten wir gut abwettern. Angst ? Neeeee, wir doch nicht ! Obwohl die Schiffe zuerst sehr alt waren, wir waren jung und was bei Ausfall der Maschinen oder Ruderanlage hätte passieren können, hat man als junger Mann überhaupt nicht bedacht - und das ist auch so gut gewesen. Manchmal sahen wir den Kapitän mit sorgenvollem Gesicht durch die Gänge flitzen. Wat hat der denn ? Er kannte den Wetterbericht besser als wir.
 
Und gestattet mir zum Schluss noch einen Satz : Meine um mich sehr besorgte Mutter schickte mir nach Buenos Aires ( wir lagen dort wochenlang ) ein Weihnachtspaket. Dieses Paket folgte meinem Schiff von Buenos Aires nach Istanbul, Kalkutta, und Osaka und Shanghai. Als ich schon nach etwa 13 Monaten wieder bei Mutter auf dem Sofa lag, kam das Paket mit vielen Poststempeln in Schneverdingen / Lüneburger Heide wieder an. Inhalt : 1 Duden ( daher heute meine relativ wenigen Fehler in der Mail ) und ein völlig vertrocknetes Marzipanbrot. 
.... und was hab ich wohl mit dem Marzipanbrot gemacht ? Ruckizucki übergeschluckt.
 
Un nu hör ick all op !

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Freundliche Grüße aus Rosengarten
Hans Kolb

SNHH / Windows XP-SP2 / IE 6.0 + Firefox / Zone Alarm
http://www.Kolb-Rosengarten.de