Moin moin,
 
große Schiffe, wie z.B. meinen Dampfturbinentanker Capsa - den größten seiner Zeit - der Deutschen Shell AG und viele andere Schiffe habe ich, manchmal auch unter widrigsten Umständen, fest im Griff gehabt.
 
Aber diese Brotmaschine, nein, sie hat mich fast um den Verstand gebracht !!!!!
 
Seit Wochen wird meine Frau abends, wenn die Uhr auf 19.00 Uhr zugeht, meist jümmers knurrig. Das Verstellrad zwischen den beiden roten Pfeilen ( für die dicke / dünne der Scheiben ) geht zu schwer, sagt sie...
 

brotmasch
 

Ich kann es einfach nicht nachvollziehen. Aber heute ist der Tag der Wahrheit, ich mache mich ans Werk. Unter den roten Pfeilen sind 2 Schrauben mit Unterlegscheibe und Sicherungsring. Natürlich rucki - zucki die Schrauben gelöst und die ganze Technik in die Spüle geworfen.

Jetzt alles mit der modernen Technik der Spüle mit Schlauchsprüheinrichtung ( wie in der Autowäsche die Radwäsche ) alles fein säuberlich mit feinem aber hartem und heißem Wasserstrahl gereinigt. Alle, auch die kleinsten Brotkrümel sausten in den Abfluss.

Und nu ? Trocknen muss man die Teile - aber wie. Mien Froo hett eenen Fön, nur wo wird der aufbewahrt. Da sie beim Sport ist ( montags haben alle Rosengartenfrauen Sport ), muss ich suchen. Ich hab wohl das ganze Haus abgesucht und nach langer Zeit wurde ich im Badezimmerschrank fündig. Wo sonst soll er  auch liegen ?

Gleich volles Rohr mit großer Hitze und trocken war die ganze Geschichte in wenigen Minuten. Speiseöl hab ich genommen, kein Maschinenöl und alle Teile gängig gemacht. Aber nu, die Schrauben mussten von unten eingesteckt werden und von oben konnte ich tscha nur kieken. Bleib ganz ruhig, sagte ich mir nach etwa 15 Minuten, als ich glaubte, die erste Schraube wollte gerade anfassen. Nix da, die zweite Schraube fiel mit einem leisen Klack auf den straßenkötergrauen Fußboden. Gesucht und gesucht. Hans gibt in solchen Fällen nie auf und plötzlich hatte ich sie in der Hand.
Wat ein Glück, neuer Versuch und wieder ein Klack, nur wesentlich leiser.
Die ganz lütje dünne Sicherungsscheibe war runtergefallen. Wieder gesucht - noch viel länger gesucht, bis ich sie endlich hatte. Langsam wurde ich nervös und plötzlich war meine linke Hand in das unheimlich scharfe Messer geraten. Mannomann, das hat mir noch gefehlt, wo liegen denn nur unsere Hansapflaster ?

Schließlich gefunden und Notverband angebracht. Weiter, deutscher Seemann gibt nicht auf. Kurz gesagt, ich bekam einfach die Schrauben nicht in die Löcher und wenn, dann lag der Sicherungsring oder die Unterlegscheibe irgendwo auf dem Fußboden.
Das ganze nochmal, wieder mit der Hand ins Messer, diesmal rechts und das gleich neben der Hauptschlagader. Mir wurde ganz anders. Ich hab mich erstmal hingesetzt und Richterin Barbara Salesch gekiekt, da werden meist unsittliche Männer vorgeführt. Mitbekommen habe ich von der ganzen Verhandlung aber nix, hab immer an meine beiden Schrauben gedacht.

Morgen kommt mein Bruder zu Besuch, soll ich vielleicht so lange damit warten ? Er ist mindestens 8 Jahre jünger als ich, und das macht sich doch bemerkbar.

Nix da, im vergangenen Frühjahr wollte Hapag Lloyd mich noch auf einen ihrer Container einsetzen und Wasserski lauf ich ja auch noch und jetzt scheitere ich an der Brotmaschine. Neeee, alles nochmal von vorn und dann klappte es endlich.

Dann kam > " SIE  " < nach dem ersten Probeschnitt, sagte meine Frau, " die geht noch genauso schwer wie    vorher ". " OK , morgen kaufen wir ne neue Brotmaschine ". Meine schweren äußeren & inneren Verletzungen wurden nicht weiter diskutiert. -

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